Roger Waters Live - Piazza Grande Locarno 16.7.2006

Roger Waters - Locarno Piazza Grande - 16.07.2006
Bild: Roger Waters - Locarno Piazza Grande - 16.07.2006

Roger Waters Live

Band:
Roger Waters

Datum:
16.7.2006

Ort:
Piazza Grande Locarno



Kommentar von Daniel & Cheanjit

geschrieben von Daniel & Cheanjit am 21.07.2006

DIE ERINNERUNG BLEIBT UNVERGESSEN...

Gleich vom ersten Ton riss mich das Konzert in seinen Bann. Die grossartigen Musiker um Roger Waters zeigten echte Präsenz und in der schon fast kitschig schönen Ambiente der Piazza Grande von Locarno spielten die Musiker um Roger Waters mit Spielfreude auf. Der Sound kam total gut an und vorallem fand ich grossen Gefallen an der "Aufführung" von Dark Side of the Moon. Die einzelnen Stücke spielte Roger sehr subtil und ohne jegliche unnützen, überladenen Schnörkel; einfach traumhaft schön. Unheimlich gut fand ich auch On the Run, Sheep, Perfect Sense Part I und Perfect Sense Part II, um nur einige wenige aus der Setlist herauszustreichen. Das Konzert fand ich über alles eine Wucht, super geil! Vermutlich war dies das beste je gehörte Rockkonzert. Einzig Auftritte von Grateful Dead hatten eine ähnlich magische Anziehungskraft auf mich...

Nach Comfortably Numb rief eine Stimme zu meiner Seite noch lautstark, ENCORE. Ich meinte darauf, ein derart fantastisches Konzert soll auch sein Ende haben.

Was bleibt ist eine unglaublich schöne Erinnerung an unvergessliche Konzertmomente in einer lauen Tessiner Sommernacht Grins


Roger Waters - Oschtis Kommentar

geschrieben von oschti.ch am 16.07.2006

Roger Waters performs The Dark Side of the Moon

Wie könnte es auch anders sein? Roger hat geladen und Oschti folgt dem Angebot natürlich ohne zu zögern, auch wenn die Anreise nach Locarno zwischen 3 und 4 Stunden dauert. Zum Vorverkaufsstart schnell die Tickets besorgt, ein Hotel reserviert und dann voller Vorfreude die einzelnen Berichte der Tourkonzerte verfolgt.

Am Sonntag war es dann soweit, nach 3,5 Stunden fahrt kamen wir endlich in Locarno an, schnell im Hotel eingecheckt und anschliessend Schmidig und Co in einer Beiz am See getroffen wo wir auch gleich unser Nachtessen verdrückt haben.

Ca. 1 Stunde vor Konzertbeginn gingen wir auf die Piazza Grande und trafen noch weitere Innerschweizer Floyd/Waters Fans, bis dann pünktlich um 20h30 die ersten Töne von "In the Flesh" ertönten. Und da war sie auch schon wieder, meine berühmte Gänsehaut nur dass diese diesmal gar nicht mehr aufhören wollte...

Leider war es am Anfang noch relativ hell, so dass die Projektionen etwas unter gingen. Vor allem bei "Set the Controls" mit den Aufnahmen aus den frühen Floyd Jahren war dies natürlich sehr schade, obschon es glaube ich der gleiche Bühnenfilm war wie schon bei der "In the Flesh Tour 2002". Aber was solls, die Musik ist was zählt und diese war - wie auch nicht anders zu erwarten war - absolut FANTASTISCH!

Auf der Bühne tummelte sich ein wahres Staraufgebot mit alt-bekannten, aber auch ein paar neuen Gesichtern. Mit Snowy White und Andy Fairweather Low heizten uns gleich zwei Gitarrengötter ein, aber auch der dritte Mann an der Gitarre "Dave Kilminster" machte seine Sache hervorragend. Jon Carin an den Tasten war meiner Meinung nach in Hochform, unterstützt wurde er von Waters Sohn Harry an der Hammond. Auch Ian Ritchie am Sax war - trotz Magenverstimmung - ein absolutes Highlight. Nicht zu vergessen die drei stimmgewaltigen Damen Katie Kissoon, PP Arnold und Carol Kenyon.

Nach "Set the Controls", welches mich bereits in die Welt der "Ur-Floyds" zurückversetzte folgte "Shine on". Für mich persönlich ein ganz spezieller Moment an diesem Abend. Vor gut einer Woche verstarb "Syd Barrett", welchem auch dieses Lied gewidmet ist. Vor diesem Hintergrund, mit den Bildern des jungen Syd auf der Grossleinwand war dies für mich eine Art Abschied in dem Bewusstsein, dass sein Geist nun definitiv frei ist und er zusammen mit Jimmy, Janis, Jim, Freddy und all den anderen "Grossen" nun im Himmel rockt.

Nach einem fantastischen "Have a Cigar" erwähnte dann auch Roger ganz kurz und knapp den verstorbenen Syd - wie immer vor "Wish you were here". Meine persönlichen Emotionen waren jedoch bei "Shine on" um einiges intensiver als bei "Wish you were here".

Bis zur Pause folgten noch ettliche Knaller wie "The Fletcher Memorial Home" und natürlich "Perfect Sense" sowie auch das im 2004 veröffentlichte "Leaving Beirut" in dem Waters von seinem Jugendtrip in den Libanon berichtet und der Ihm damals entgegengebrachten einzigartigen Gastfreundschaft. Mit "Sheep" wurden wir in eine 10 minütige Pause entlassen. Diese Zeit wurde unter anderem genutzt, um die altbekannte runde Leinwand zu montieren um nach der Pause die komplette "Dark Side of the Moon" zum Besten zu geben.

Meine persönlichen Highlights der "Dark Side" waren an diesem Abend "On the Run" und "Any Colour you like" sowie natürlich die mit Surround eingeblendeten und offensichtlich überarbeiteten Kommentare. Ettliche Vocal-Parts wurden von Dave "The Killer" Kilminster übernommen und zu meinem grossen erstaunen tönte dies auch noch sehr Floyd-like und in keinster Weise störend. Bei sowas bin ich normalerweise heikel, Dave machte seine Sache jedoch hervorragend. Während den diversen kurzen Statements von Waters merkte man deutlich, dass seine Stimme schon etwas arg strapaziert wurde die letzten paar Wochen. Ob dies mit ein Grund war dass diverse Vocals von Dave übernommen wurden? Ich weiss es nicht... Dave machte seinem übernamen "Killer" wieder alle Ehre, nachdem ihm auf der gleichen Tour schon Snowys Gittarre in die Quere kam musste diesmal Ian Ritchies Sax dran glauben.

Auszug aus Ian Ritchies Webblog: On the way to the stage Dave ( The Killer ) Kilminster accidently bumped into my saxophone and bent the octave key out of alignment. Luckily I noticed this before my solo on 'Shine' and swapped my trusty 1950's Selmer Super Action for my equally trusty 1962 Selmer Mk VI. Dave lives up to his name and is now a saxophone killer as well as the bane of the guitaring community ( Snowy )!

Bei den Zugaben kam dann noch ein wohliges "The Wall"-Feeling auf, der Höhepunkt für's Publikum war ganz klar "Another Brick in the Wall Pt.2", mein persönliches Highlight der Zugaben war jedoch ganz klar "Bring the Boys back Home".

Alles in allem ein super Konzert, das ich um keinen Preis hätte verpassen wollen. Ein paar kleine Wehmutstropfen gibt es natürlich immer, so hat z.B. Nick Mason auf ettlichen Konzerten dieser Tour während "Dark Side" am Schlagzeug gesessen, leider jedoch nicht in Locarno. Das wäre natürlich noch ein weiterer (Nostalgie-) Bonus gewesen, ohne die grandiose Leistung von Graham Broad schmälern zu wollen.

Die Location - mitten in der Locarner Innenstadt - hatte etwas sehr spezielles. Leider mussten wir - wohl aus diesem Grund - auf einige Effekte verzichten, es gab nicht einen einzigen Einsatz von Pyros. Ich vermute mal dies war bei den Gegebenheiten auf der Piazza Grande einfach nicht erlaubt... Schade, das wäre sicher ein weiteres Zückerchen gewesen, aber eigentlich geht es ja weder um Projektionen noch um Pyros, sondern um die Musik. Trotzdem verleiht die eine oder andere Explosion mit Rauch und Feuer gewissen Parts noch einen zusätzlichen "Kick". -> He fires one, yes there goes two, both fish are running, the rig is going into a prevent defense, will they make it, i don't think so...

Bis zum nächsten Mal, wenn "we'll see you on the dark side of the moon"...




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