Roger Waters Live - Hallenstadion Zürich 24.6.2011

Roger Waters - Zürich Hallenstadion - 24.06.2011
Bild: Roger Waters - Zürich Hallenstadion - 24.06.2011

Roger Waters Live

Band:
Roger Waters

Datum:
24.6.2011

Ort:
Hallenstadion Zürich



Roger Waters The Wall Live 2011 - Review

geschrieben von oschti.ch am 25.06.2011


Vorwort

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live
Endlich war es soweit!

Es war am 6.6. auf Platz Nr. 6 in Reihe 6 als ich zum ersten Mal Roger Waters The Wall Live sehen - oder besser gesagt erleben - durfte.

Ich habe es mir also tatsächlich gegönnt, drei der insgesamt vier Schweizer "The Wall" Konzerte zu besuchen.

Dieses Review umfasst somit die Konzerte im Zürcher Hallenstadion vom 6.6, 7.6 und 24.6.2011.

Die Plätze waren prima verteilt, beim ersten Besuch sassen wir in Reihe 6 und somit sehr nahe an der Bühne und den Künstlern. Beim zweiten Mal waren wir etwas weiter hinten auf Höhe Mischpult und somit akustisch am besten Standort. Optisch war es ein komplett anderes Erlebnis, da erst von etwas weiter hinten die ganze Breite der Mauer zur Geltung kommt. Beim dritten Mal sassen wir dann etwas weiter oben links.

I am Spartacus

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live
Die Lichter erlöschen und zwei "Hammer"-Soldaten schleppen die Puppe des "Pink" bzw. "the frightened one" auf die Bühne, während im Hintergrund der Ton von I am Spartacus, einer Schlüsselszene aus Stanley Kubricks Kultfilm Spartakus zu hören ist.

I bring a message from your master Marcus Licinius Crassus commander of ltaly. By command of His Most Merciful Excellency your lives are to be spared. Slaves you were and slaves you remain. But the terrible penalty of crucifixion has been set aside on the single condition that you identify the body or the living person of the slave called Spartacus.


Einzelne Spotlights werden auf das Publikum gerichtet und scheinbar aus allen Ecken des Stadions ertönt:

"I am Spartacus!, I am Spartacus, I am Spartacus!"
.

Die Soldaten werfen Pink zu Boden und verlassen die Bühne.


Outside the Wall / Isn't this where we came in?

Roger Waters The Wall Live
Eine einzelne Trompete spielt, mehr oder weniger korrekt, die Melodie von Outside the Wall.

Anscheinend war es Roger Waters, welcher die Trompete (ein)gespielt hat.

Wie auch beim Album, welches mit einer Sequenz von Outside the Wall beginnt und endet, schliesst sich so auch beim Konzert der Kreis.

"Isn't this where - we came in?" Zwinker
» 70,3451,0

In the Flesh?

Roger Waters The Wall Live
Roger Waters The Wall Live Roger Waters The Wall Live Roger Waters The Wall Live Roger Waters The Wall Live
Mit einem riesigen Knall setzt die Band schlagartig und ohne Vorwarnung zu "In the Flesh?" ein.

Gekreuzte Hämmer soweit das Auge reicht, die Bühne ist voller Soldaten mit Armbinden und Fahnen.

Waters betritt die Bühne, begrüsst das ganze Publikum kurz freundlich lächelnd und winkend, bevor er in seinen Soldatenmantel und somit in seine Rolle schlüpft.

Jetzt folgt die Begrüssung des Publikums a la The Wall

So ya, thought ya, might like to go to the show...

aber vor allem:

Lights!
Turn on the sound effects!
Action!
Drop it, drop it on 'em!
Drop it on them!!


Das Gefühl ist unbeschreiblich, wenn er diese Worte direkt an einem selbst richtet und im Hintergrund die Bühne mit lauter Pyro-Effekten regelrecht zum Schlachtfeld gemacht wird!

Die Soldaten werden zwischenzeitlich mit den Hebebühnen, welche nachher noch für den Bau der Mauer gebraucht werden, in die Höhe gehievt und verlassen anschliessend über diesen "Steg" die Bühne.

Explosionen, Maschinengewehrfeuer und zum Schluss natürlich das abstürzende Modell-Flugzeug, welches in die Wand kracht und danach explodiert!

All diese Effekte werden zusätzlich von einem Surround-Soundsystem unterstützt, so dass man wirklich das Gefühl hat mittendrin zu sein.


*PAFF* Hier bin ich also, bei The Wall, und zwar mittendrin im "Flesh" oder besser "Flash" und das war erst der erste Song. Die Menge an Feuerwerk welche hier beim Eröffnungssong zu sehen war reicht bei anderen Bands locker für ein ganzes Konzert. Was soll jetzt noch kommen? Was kann das noch toppen? Naja, noch so einiges, wie ich feststellen durfte!

The Thin Ice / Fallen Loved Ones

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live
Robbie Wyckoff

Roger Waters The Wall Live
Rogers Dad, Eric Fletcher Waters
Erster grosser Auftritt von Robbie Wyckoff welcher fast alle Gilmour Parts gesungen hat. Er hatte ein sehr schweres Erbe angetreten und ich bin froh, dass er ein so talentierter Sänger ist. Er war durchwegs fantastisch!

Auf dem Kreis hinter der Bühne wird das Bild einer Person gezeigt und anschliessend die Daten zu dieser Person, von wann bis wann sie gelebt hat und wo sie gestorben ist.

Das war eine Aktion welche Roger vor der Tour gestartet hatte und via seine Webseite die Leute gebeten hat, ihm ein Foto sowie die Infos zu Ihren Fallen Loved Ones zu senden.

Das erste Foto scheint gemäss den anschliessend gezeigten Daten Rogers Vater gewesen zu sein. Zuerst war das etwas verwirrend, da ich fälschlicherweise noch das Bild des Schauspielers James Laurenson aus dem The Wall-Film im Kopf hatte...

Jede der gezeigten Personen wurde anschliessend auf einen einzelnen Stein der Mauer projeziert und am Ende des Songs war die Mauer voll mit diesen Bildern. Ein weiterer, emotional sehr bewegender Moment...

Another Brick in the Wall Part 1

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live
Die Bühne färbt sich blutrot und es werden Wellen auf die Mauer projeziert.

Im Hintergrund sind spielende Kinder zu sehen und Kindergeschrei scheint dank dem Surround-Sound aus allen Ecken der Halle zu kommen.

The Happiest Days of our Lives

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live
Noch ins blutrote Bühnenbild des vorherigen Songs erhebt sich der Such-Scheinwerfer eines Helikopters welcher, so sagten mir jedenfalls meine Ohren, erst einmal rund um die Halle geflogen ist.

You! Yes, you! Stand still laddy!


tönte es aus den Boxen, auf der Bühne wurde es hell und die ca. 9 Meter hohe, aufblasbare Marionette des "Teachers" wurde sichtbar.

Another Brick In The Wall Part II - Jean Charles de Menezes

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live
Nach der ersten Strophe stürmten einheimische Kinder aus einem Jugendheim oder einer ähnlichen Einrichtung die Bühne und tanzten und "sangen gegen den Lehrer". Alle Kinder trugen schwarze T-Shirts mit der Aufschrift "FEAR BUILDS WALLS". Zeitgleich fing die Bühnencrew an, die ersten fehlenden Steine auf die unterste Reihe der Mauer zu setzen.

Roger stand vorne bei den Kids und spielte Bass. Bei der Lead-Gitarre wurde abgewechselt, erst spielte Dave Kilminster seinen Part in der Lücke ganz Links, dann Snowy White in der Mitte und zum Schluss G.E. Smith in der dritten Lücke der Mauer auf der rechten Seite.

You! Yes, you behind the bikesheds, stand still laddy!

Es fährt eine U-Bahn in eine Station ein und aus dem Zug sind Lichtblitze zu sehen, so was wie Schüsse sind zu hören und auf der Leinwand hinter der Bühne sind die Daten von Jean Charles de Menezes zu sehen, dem unschuldigen Brasilianer welcher 2005, zwei Wochen nach den Sprengstoff-Anschlägen auf die Londoner U-Bahn, von Polizisten brutal erschossen wurde.


Da sitz ich nun zum dritten Mal im Hallenstadion, glaube zu wissen was jetzt kommt und warte darauf dass die Musik verstummt und Roger das Publikum begrüsst. Doch nach den Schüssen in der U-Bahn setzt die Band doch tatsächlich zu einer zusätzlichen Strophe an, in welcher der Tod von Jean Charles de Menezes nochmals explizit als "Another Brick In The Wall" besungen wird!

Mother

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live
Wie erwartet begrüsste Waters anschliessend das Publikum und kündigte "Mother" als nächsten Song an. Das spezielle daran war, dass im Hintergrund Aufnahmen von Roger von einem der Original The Wall Earls-Court Konzerte 1980 zu sehen waren und das ganze als "Double Track Vocals" gespielt wurde, man hörte also anscheinend auch seine Stimme aus der 1980er Aufnahme. Wirklich raushören konnte ich das jedoch nicht...

Am Schluss sagte er noch, er spiele nun also zusammen mit diesem "poor, misrable, fucked up, little roger from all those years ago". Und wisst Ihr was, das kaufe ich ihm sogar ab! Nach all dem was ich gesehen habe über diese Tour, weiss ich dass er einen Riesenspass hat bei dem was er macht. Das gleiche gilt für seine Crew auf und hinter der Bühne.

Waters stand also ganz alleine vorne auf der Bühne und spielte die Gitarre. Die Projektion der Earls Court Aufnahme war so riesig, dass Waters Kopf hinten auf der runden Leinwand, die Hände und Gitarre jedoch vorne auf der Mauer zu sehen waren. Ebenfalls ein wunderbares Bühnenbild.

Mother should I trust the government?
fragte Waters und auf der rechten Seite der Mauer erschien ein "No fucking way!". Das wurde auf der linken Seite der Mauer nochmals in der jeweiligen Landessprache angezeigt, bei uns wurde daraus ein fast zu harmloses "Auf keinen Fall"...

Die zweite Strophe wurde von Robbie Wyckoff gesungen, gefolgt vom Gitarrensolo welches sich Snowy White und G.E. Smith teilten. Ich erwähne jetzt nicht mehr jedes Mal wie fantastisch die einzelnen Darbietungen waren, denn auf allen drei Konzerten haben alle immer perfekte Leistungen gezeigt!

Links hinter der Bühne wurde die ebenfalls 9 Meter hohe "Mother"-Puppe aufgeblasen, auf der runden Leinwand war eine riesige Überwachungskamera zu sehen, während auf der Mauer Sprüche wie "Everything Will Be Alright", "Trust Me", "It's OK It'll Be Alright" und "Mother Knows Best", erst in Englisch, danach in vielen anderen Landessprachen zu lesen waren.

Die Bühnenarbeiter bauten zwischenzeitlich natürlich weiter fleissig an der Mauer, welche nun bereits eine beachtliche Grösse erreicht hatte.

Goodbye Blue Sky

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live
Harry Waters

Roger Waters The Wall Live
Look mummy, there's an aeroplane up in the sky!

Jeder kennt diese Kinderstimme vom Album und ich bin überzeugt, bei der Show wurde auch diese Aufnahme verwendet. Warum ich darauf so herumreite wollt Ihr wissen? Ganz einfach, diese piepsige Kinderstimme stammt von Harry Waters, dem Sohn von Roger.

Für alle bei denen es noch immer nicht *klick* gemacht hat: Das ist der bärtige Typ mit den Rasta-Locken welcher bei diesen Konzerten an der Hammondorgel sitzt.

Auf der Mauer erscheinen riesige Flugzeuge und anstelle von Bomben werfen sie unzählige Symbole und Logos ab. Kreuze, Dollar-Zeichen, Davidsterne, sowie unter anderem die Logos von Shell, Mercedes und McDonalds. Die Mauer füllte sich mit den Symbolen während diese quasi im Blut ertranken. Der zweite Teil des Songs unterschiedsich akustisch stark vom Original, war aber durchaus passend und genial umgesetzt.

Empty Spaces

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live
Während des Song Intros schlängeln sich zwei Linien der Wand entlang in Richtung Mitte, um dann beim Einsetzen der Gitarre als die "Fucking Flowers" in der Mitte zu erscheinen. Nun erkennt man auch deutlich, dass die Linien die Wurzeln darstellen, sich während der Szene aber in Stacheldraht verwandeln.

Young Lust

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live
Auf der Mauer sind Bilder von anzüglichen Frauen zu sehen. Mittlerweile sind die Lücken in der Mauer zu Löchern geworden und die Band ist nur noch durch diese drei Löcher zu sehen.

Das Gitarren-Solo wurde vom stark ausgeleuchteten Dave Kilminster hinter dem Loch ganz links gespielt.

One of My Turns

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live
Nachdem sich die eingeladene Dame im Hintergrund umgesehen, die Gitarren und die Badewanne bewundert hatte, fiel das Licht auf den zusammengekauert vor der Mauer sitzenden Waters der so dann auch den langsamen Teil des Liedes vorgetragen hat.

Unterstützt durch schnelle Animationen auf der Mauer liess er dann im zweiten Teil des Songs seinen Emotionen freien Lauf..

Naja, es war zwar eher "one of his 'ruhigeren' Turns" Zwinker Aber man bedenke auch sein Alter und dass er zudem gleichzeitig noch Singen muss. Das richtige, etwas aggressivere Feeling hat mir jedoch aus der Distanz etwas gefehlt bei dem Song.

Don't Leave Me Now

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live
Waters setzt sich erneut vor die Mauer, links schaut eine Frau auf ihn herab. Mit der Zeit erscheinen grüne Linien in ihren Augen, was wie Tränen aussieht.

Auf der linken Seite, hinter Waters Rücken erscheint plötzlich die knapp 10 Meter grosse Puppe der "Frau", genau wie im Film.

Another Brick in the Wall Part 3

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live
Nachrichtensendungen aus diversen Ländern und somit in verschiedenen Sprachen flimmern nervös über die Mauer.

Beim Song Intro geht der Bildschirm jedoch schlagartig in die Brüche als Waters mehrmals darauf einschlägt.

Während des Songs werden wieder die Bilder der "Fallen Loved Ones" angezeigt, diesmal blutrot unterlegt. Einzelne Steine bzw. Gruppen von Steinen scheinen sich aus der Mauer zu lösen und verschwinden im Hintergrund.

Goodbye Cruel World

Roger Waters The Wall Live
Die Mauer steht komplett und es fehlt nur noch ein einziger Stein. Dahinter singt Roger

Goodbye, all you people, there's nothing you can say, to make me change my mind. Goodbye.

Das letzte Loch wird verschlossen, die Musik verstummt und wir sitzen vor einer riesigen, kargen Mauer. Es ist Pause. Da die Knie noch viel zu weich sind um aufrecht stehen zu können bleiben wir noch einen kurzen Moment mit offenem Mund auf unseren Plätzen sitzen...

Roger Waters The Wall Live

Hey You

Roger Waters The Wall Live
Hey You, der erste Song nach der Pause wurde komplett hinter der "nackten" Mauer gespielt, ohne allzu grosse Animationen auf der Mauer, so dass man sich wirklich nur auf die Musik dieses genialen Songs konzentrieren konnte.


Is There Anybody Out There?

Roger Waters The Wall Live
Is there anybody out there?

Ein Song mit nur einer Zeile Text. Normalerweise wäre das ja nicht mal erwähnenswert...

Aber das Feeling, diese Worte von hinter der Mauer zu hören und dann einen Saal voller Konzertbesucher zu sehen die mit lautem Geschrei darauf reagieren, das war unbeschreiblich...

Gänsehaut-Feeling gibt es also auch ohne pompöse Animationen oder tonnenweise Feuerwerk...

Nobody Home

Roger Waters The Wall Live
Die Scheinwerfer fokussieren auf die linke Seite der Mauer und dort sitzt Waters bereits in seinem Kämmerlein, alleine vor dem Fernseher.

Auf dem Fernseher sind Filmausschnitte zu sehen. Ich glaube es war The Dam Busters, der gleiche Film aus welchem schon im Pink Floyd - The Wall-Movie Szenen verwendet wurden.

Im zweiten Teil des Songs wurde das gleiche, was Roger auf seinem Fernsehschirm hatte, auch auf die Mauer projeziert (Luftkampf).

Vera

Roger Waters The Wall Live
Etliche, sehr ergreifende Szenen werden gezeigt, vor allem sind diverse Kinder zu sehen deren Vater, vermutlich nach recht langer Zeit, unerwartet aus dem Krieg nach Hause kommt.

Die Mimik und Gestik dieser Kinder ist an Emotionen kaum zu toppen. Ich gebe offen zu, dass ich hier jeweils den Tränen nahe war, so ergreifend waren diese Szenen...

Bring the Boys Back Home

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live
Schon auf den letzten Touren von Waters war dieser Song immer ein ganz spezieller Moment. Diesmal mit Bildern von hungernden und knapp bekleideten Kindern unterlegt. Im Rhythmus der Musik erschien Zeile für Zeile eines von Rogers Lieblingszitaten:

Every gun that's made, every warship launched, every rocket fired signifies, in the final sense, a theft from those who hunger and are not fed, those who are cold and are not clothed.

Dwight D. Eisenhower

Comfortably Numb

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live
Waters steht unten vor der Mauer und singt die erste Strophe, das Spotlight verlischt und oben auf der Mauer steht Robbie, ausgeleuchtet mit Spots die ihn von hinten anstrahlen.

Danach kommt das Gitarren-Solo von Dave Kilminster, ebenfalls "On Top Of The Wall". Waters steht immer noch unten, hebt die Arme und schlägt gegen die Mauer, welche dadurch auseinander zu brechen scheint.

The Show Must Go On

Roger Waters The Wall Live
Nun war die Zeit gekommen, die ganze Band von hinter der Mauer nach vorne zu bringen.

Ein zweites, komplettes Set an Instrumenten wird von "unter" der Bühne hochgefahren.

Vorne stehen die Background-Sänger, "angeführt" von Robbie Wyckoff. Hier muss ich nun doch nochmals die hervorragenden Leistungen dieser Herren hervorheben. Jeder Ton sitzt perfekt, auch die aussergewöhnlich hohen Töne in diesem Titel. Eine herausragende Leistung!

In The Flesh

Roger Waters The Wall Live
Hammer-Banner erscheinen quer über die ganze Breite der Mauer, auf der Mauer werden Hammer-Fahnen geschwenkt und die ganze Band steht im Hammer-Outfit auf der Bühne vor der Mauer.

Im Saal fliegt die schon oft gesehene Sau umher und Roger macht einen auf Diktator.

Run Like Hell

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live
Are there any paranoids in the audience tonight? This is for you, i'ts called Run Like Hell.

Eine schnelle Abfolge von Animationen unterstützten die Pace des Songs. Es sind Schriftzüge wie iProtect, iResist, iLoose etc zu sehen, welche durch entsprechende Bilder unterstützt werden. So zeigt das Bild zu iFollow z.B. ein paar Schafe, das Bild zu iLead besteht aus verschiedenen Diktatoren... und alle haben weisse Kopfhörer im Ohr Zwinker
Auf dem Höhepunkt des Songs sind kurze Ausschnitte aus dem Wikileaks-Video "Collateral Murder" zu sehen, das Video welches einen Helikopter-Angriff auf unschuldige, unbewaffnete Personen zeigt (Bagdad, 12. Juli 2007).

Ausschnitte aus dem Funkverkehr "He has a gun" und "request permission to engange" sind zu hören und kurz darauf ist die erste Maschinengewehrsalve in die friedliche Menge zu sehen bzw. zu hören...

Oben auf der Mauer hängt ein Banner mit der Inschrift:

Namir Noor-Eldeen and Saeed Chmagh. We will remember you.

Waters schnappt sich sein Gewehr, zielt auf das Banner und schiesst es von der Wand...

If I had my way, I'd have all of you shot!

Auch bei diesen Worten greift Waters zu seiner Knarre und feuert, unterstütz durch die Surround-Soundeffekte, wahllos ins Publikum.

Waiting for the Worms

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live
Und schon wieder gleicht die Bühne einem Schlachtfeld. Waters der mit seinem Megaphon in die Menge schreit und Würmer welche sich durch die Pfeiler der Mauer schlängeln.

Und natürlich die nicht enden wollenden Reihen der "Marching Hammer"

Stop

Roger Waters The Wall Live
STOP! Schreit Waters und die Musik verstummt.

Er zieht seinen Mantel aus und teilt uns somit mit, dass ihm das alles zuviel wird.

Oben auf der Mauer liegt die Puppe des Pink, welche am Ende des Songs von der Mauer gestossen wird.

The Trial

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live

Roger Waters The Wall Live
Unterstützt durch die bekannten Animationen aus dem Film singt Waters den kompletten Part von The Trail alleine, jeder Person verleiht er eine andere Stimme und einen anderen "Dialekt". So zum Beispiel singt er den Part der Frau in einem komischen, irgendwie französisch anmutenden Dialekt.

Go On Judge. Shit On Him!

So laut war dieser Text noch nie zu hören. Im Film wurde dieser Satz komplett gestrichen, auf den Alben verkommt er eher zur Nebensache.

Tear down that fucking Wall! fordert uns Roger auf und im Saal beginnen die Zuschauer zu rufen: Tear down the Wall, tear down the Wall - und mit tosendem Lärm stürzt die ganze Mauer in sich zusammen...

Outside the Wall

Roger Waters The Wall Live
Nach und nach kommen alle Musiker auf die Bühne, und manchem Zuschauer wird vermutlich erst jetzt klar, dass es insgesamt 12 fantastische Musiker waren die uns dieses Spektakel beschert haben, ganz zu Schweigen von all den Ton-, Licht- und sonstigen Bühnentechnikern.

Roger Waters The Wall Live

Die Band (vlnr):
Dave Kilminster (Guitars)
Snowy White (Guitars)
Jon Joyce (Backing Vocals)
Pat Lennon (Backing Vocals)
Mark Lennon (Backing Vocals)
Kipp Lennon (Backing Vocals)
Robbie Wyckoff (Lead Vocals)
Roger Waters (Bass, Guitars, Lead Vocals)
G.E. Smith (Bass, Guitars)
Harry Waters (Keys)
Jon Carin (Keys) und
Graham Broad (Drums).

Schlusswort

Natürlich bin ich als riesengrosser Pink Floyd- und Roger Waters-Fan "etwas" voreingenommen. Nichts desto trotz wage ich zu behaupten, dass dieses "Spektakel" in seiner Art für ewig einzigartig bleiben wird. Die Adaption des Themas mit vielen Bezügen zu aktuellen Ereignissen zeigt einerseits den Sinneswandel von Roger Waters, gleichzeitig jedoch auch, dass dieses Thema auch 30 Jahre später leider immer noch brandaktuell ist.

Im Vorfeld wurden viele Stimmen laut, welche die Ticketpreise scharf kritisiert haben. Die Golden Circle (Front-Row) Tickets kosteten CHF 300.--, unsere Tickets der Kategorie II kosteten jeweils 250.-- Franken. Natürlich ist dies ein stolzer Preis, man bedenke jedoch den massiven Aufwand an Technik (gemäss Techniker vom Hallenstadion hatten sie noch nie ein Konzert mit ähnlich grossem technischen Aufwand), die für uns Besucher kaum überschaubare Menge an beteiligten Personen und die Tatsache, dass es nur Sitzplätze gab und somit die Menge an Zuschauern drastisch reduziert war. Ich bin der Meinung, dass das Spektakel jeden einzelnen Franken Wert war!

Wie immer bei solchen, technisch aufwändigen Shows wurde auch hier die Flexibilität und künstlerische Freiheit der Musiker in Frage gestellt, viele sind der Meinung, dass bei einer solchen Show jede Sekunde durchgeplant wurde und somit nicht eine Note mehr oder weniger gespielt werden kann/darf als vorgesehen. Dies mag bis zu einem gewissen grad ja stimmen, aber ich habe die Show von Anfang an verfolgt, habe YouTube Videos des Amerika-Legs von 2010 gesehen und kann Euch sagen, die Show lebt und wurde stetig weiterentwickelt. Bestes Beispiel war die zusätzliche Strophe bei "Another Brick Pt II". Ich staunte nicht schlecht, als dem Song am 24. Juni eine zusätzliche Strophe angehängt wurde, welche wir am 6. und 7. Juni nicht zu hören bekamen. Des Weiteren wurde z.B. die Abfolge der Einblendungen des Zitats von Eisenhower überarbeitet, so dass die einzelnen Absätze viel besser zu der Musik passten. Es wurden nicht nur Elemente zu der Show hinzugefügt oder angepasst, es wurden auch Elemente entfernt, so zum Beispiel die Animation mit dem Schriftzug "Go on Judge, Shit on him!". Keine Ahnung warum das so war, vielleicht hat man das den Amis eher zugemutet als uns Europäern, wobei der Text ja nach wie vor sehr laut zu hören war, einfach ohne den entsprechenden Schriftzug auf der Mauer...

Wie auch schon bei den Waters Tourneen der vergangenen Jahre kamen auch diesmal wieder Gerüchte auf, dass Waters gar nicht Live singe und alles Playback sei. Das kann jedoch nicht sein, das konnten wir bei mehreren Gelegenheiten deutlich erkennen. Dass gegebenenfalls einzelne Gesangs-Parts vom Band kamen schliesse ich natürlich auch nicht aus. Bei "The Trial" zum Beispiel singt Waters alle Parts selber (Staatsanwalt, Lehrer, Mutter, Frau, Richter etc.) alle mit einem ganz eigenen Dialekt. Das KÖNNTE ein Part gewesen sein wo nicht ganz alles Live gesungen wurde. Aber hey, was soll's? Irgendwann hat er diese Parts ja auch einspielen und somit auch singen müssen und dass gewisse Elemente in einer solchen Show aus der Konserve kommen stört mich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Übrigens ist dieser Mann mittlerweile auch 68 Jahre alt und in diesem Alter nochmals so ein Projekt durchzuziehen, dafür hat er sich meinen allergrössten RESPEKT verdient und ich bin überglücklich, dass ich das noch erleben durfte!





Roger Waters auf CD & DVD

amazon.deAmazon.de ist meiner Meinung nach der beste, schnellste und meist auch günstigste Onlineshop Europas.
Roger Waters
1970
Music From The Body Soundtrack
1984
1986
When the Wind Blows Soundtrack
1986
1986
1987
1990
1990
1990
The Wall - Live in Berlin Live CD & DVD
1992
2000
2000
2000
2000
2000
In The Flesh Live DVD
2000
In The Flesh Live CD
2000
In The Flesh Live CD & DVD
2002
Flickering Flame The Solo Years
2006
Rock in Rio - Lissabon inoffiziell

Roger Waters - Suche weitere Medien

Deine Bewertung

Wie gefällt Dir Roger Waters - Zürich Hallenstadion - 24.06.2011?
Bewerte jetzt mit 1-5 Sternen
  • Aktuelle Bewertung 4.3/5 Sterne
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Resultat: 4.31 von 5 Sterne bei 13 Stimmen