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Band: Roger Waters Datum: 24.06.2011 Ort: Zürich - Hallenstadion |
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Roger Waters The Wall Live 2011 - Review
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*PAFF* Hier bin ich also, bei The Wall, und zwar mittendrin im "Flesh" oder besser "Flash" und das war erst der erste Song. Die Menge an Feuerwerk welche hier beim Eröffnungssong zu sehen war reicht bei anderen Bands locker für ein ganzes Konzert. Was soll jetzt noch kommen? Was kann das noch toppen? Naja, noch so einiges, wie ich feststellen durfte! The Thin Ice / Fallen Loved Ones![]()
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![]() | Die Bühne färbt sich blutrot und es werden Wellen auf die Mauer projeziert. Im Hintergrund sind spielende Kinder zu sehen und Kindergeschrei scheint dank dem Surround-Sound aus allen Ecken der Halle zu kommen. |

![]() | Noch ins blutrote Bühnenbild des vorherigen Songs erhebt sich der Such-Scheinwerfer eines Helikopters welcher, so sagten mir jedenfalls meine Ohren, erst einmal rund um die Halle geflogen ist. You! Yes, you! Stand still laddy! tönte es aus den Boxen, auf der Bühne wurde es hell und die ca. 9 Meter hohe, aufblasbare Marionette des "Teachers" wurde sichtbar. |
![]() ![]() | Nach der ersten Strophe stürmten einheimische Kinder aus einem Jugendheim oder einer ähnlichen Einrichtung die Bühne und tanzten und "sangen gegen den Lehrer". Alle Kinder trugen schwarze T-Shirts mit der Aufschrift "FEAR BUILDS WALLS". Zeitgleich fing die Bühnencrew an, die ersten fehlenden Steine auf die unterste Reihe der Mauer zu setzen. Roger stand vorne bei den Kids und spielte Bass. Bei der Lead-Gitarre wurde abgewechselt, erst spielte Dave Kilminster seinen Part in der Lücke ganz Links, dann Snowy White in der Mitte und zum Schluss G.E. Smith in der dritten Lücke der Mauer auf der rechten Seite. You! Yes, you behind the bikesheds, stand still laddy! Es fährt eine U-Bahn in eine Station ein und aus dem Zug sind Lichtblitze zu sehen, so was wie Schüsse sind zu hören und auf der Leinwand hinter der Bühne sind die Daten von Jean Charles de Menezes zu sehen, dem unschuldigen Brasilianer welcher 2005, zwei Wochen nach den Sprengstoff-Anschlägen auf die Londoner U-Bahn, von Polizisten brutal erschossen wurde. |

![]() ![]() ![]() ![]() | Wie erwartet begrüsste Waters anschliessend das Publikum und kündigte "Mother" als nächsten Song an. Das spezielle daran war, dass im Hintergrund Aufnahmen von Roger von einem der Original The Wall Earls-Court Konzerte 1980 zu sehen waren und das ganze als "Double Track Vocals" gespielt wurde, man hörte also anscheinend auch seine Stimme aus der 1980er Aufnahme. Wirklich raushören konnte ich das jedoch nicht... Am Schluss sagte er noch, er spiele nun also zusammen mit diesem "poor, misrable, fucked up, little roger from all those years ago". Und wisst Ihr was, das kaufe ich ihm sogar ab! Nach all dem was ich gesehen habe über diese Tour, weiss ich dass er einen Riesenspass hat bei dem was er macht. Das gleiche gilt für seine Crew auf und hinter der Bühne. Waters stand also ganz alleine vorne auf der Bühne und spielte die Gitarre. Die Projektion der Earls Court Aufnahme war so riesig, dass Waters Kopf hinten auf der runden Leinwand, die Hände und Gitarre jedoch vorne auf der Mauer zu sehen waren. Ebenfalls ein wunderbares Bühnenbild. Mother should I trust the government? fragte Waters und auf der rechten Seite der Mauer erschien ein "No fucking way!". Das wurde auf der linken Seite der Mauer nochmals in der jeweiligen Landessprache angezeigt, bei uns wurde daraus ein fast zu harmloses "Auf keinen Fall"... Die zweite Strophe wurde von Robbie Wyckoff gesungen, gefolgt vom Gitarrensolo welches sich Snowy White und G.E. Smith teilten. Ich erwähne jetzt nicht mehr jedes Mal wie fantastisch die einzelnen Darbietungen waren, denn auf allen drei Konzerten haben alle immer perfekte Leistungen gezeigt! Links hinter der Bühne wurde die ebenfalls 9 Meter hohe "Mother"-Puppe aufgeblasen, auf der runden Leinwand war eine riesige Überwachungskamera zu sehen, während auf der Mauer Sprüche wie "Everything Will Be Alright", "Trust Me", "It's OK It'll Be Alright" und "Mother Knows Best", erst in Englisch, danach in vielen anderen Landessprachen zu lesen waren. Die Bühnenarbeiter bauten zwischenzeitlich natürlich weiter fleissig an der Mauer, welche nun bereits eine beachtliche Grösse erreicht hatte. |

![]() Harry Waters ![]() | Look mummy, there's an aeroplane up in the sky! Jeder kennt diese Kinderstimme vom Album und ich bin überzeugt, bei der Show wurde auch diese Aufnahme verwendet. Warum ich darauf so herumreite wollt Ihr wissen? Ganz einfach, diese piepsige Kinderstimme stammt von Harry Waters, dem Sohn von Roger. Für alle bei denen es noch immer nicht *klick* gemacht hat: Das ist der bärtige Typ mit den Rasta-Locken welcher bei diesen Konzerten an der Hammondorgel sitzt. Auf der Mauer erscheinen riesige Flugzeuge und anstelle von Bomben werfen sie unzählige Symbole und Logos ab. Kreuze, Dollar-Zeichen, Davidsterne, sowie unter anderem die Logos von Shell, Mercedes und McDonalds. Die Mauer füllte sich mit den Symbolen während diese quasi im Blut ertranken. Der zweite Teil des Songs unterschiedsich akustisch stark vom Original, war aber durchaus passend und genial umgesetzt. |

![]() | Während des Song Intros schlängeln sich zwei Linien der Wand entlang in Richtung Mitte, um dann beim Einsetzen der Gitarre als die "Fucking Flowers" in der Mitte zu erscheinen. Nun erkennt man auch deutlich, dass die Linien die Wurzeln darstellen, sich während der Szene aber in Stacheldraht verwandeln. |

![]() | Auf der Mauer sind Bilder von anzüglichen Frauen zu sehen. Mittlerweile sind die Lücken in der Mauer zu Löchern geworden und die Band ist nur noch durch diese drei Löcher zu sehen. Das Gitarren-Solo wurde vom stark ausgeleuchteten Dave Kilminster hinter dem Loch ganz links gespielt. |
![]() ![]() | Nachdem sich die eingeladene Dame im Hintergrund umgesehen, die Gitarren und die Badewanne bewundert hatte, fiel das Licht auf den zusammengekauert vor der Mauer sitzenden Waters der so dann auch den langsamen Teil des Liedes vorgetragen hat. Unterstützt durch schnelle Animationen auf der Mauer liess er dann im zweiten Teil des Songs seinen Emotionen freien Lauf.. Naja, es war zwar eher "one of his 'ruhigeren' Turns" |

![]() | Waters setzt sich erneut vor die Mauer, links schaut eine Frau auf ihn herab. Mit der Zeit erscheinen grüne Linien in ihren Augen, was wie Tränen aussieht. Auf der linken Seite, hinter Waters Rücken erscheint plötzlich die knapp 10 Meter grosse Puppe der "Frau", genau wie im Film. |

![]() | Nachrichtensendungen aus diversen Ländern und somit in verschiedenen Sprachen flimmern nervös über die Mauer. Beim Song Intro geht der Bildschirm jedoch schlagartig in die Brüche als Waters mehrmals darauf einschlägt. Während des Songs werden wieder die Bilder der "Fallen Loved Ones" angezeigt, diesmal blutrot unterlegt. Einzelne Steine bzw. Gruppen von Steinen scheinen sich aus der Mauer zu lösen und verschwinden im Hintergrund. |
![]() | Die Mauer steht komplett und es fehlt nur noch ein einziger Stein. Dahinter singt Roger Goodbye, all you people, there's nothing you can say, to make me change my mind. Goodbye. Das letzte Loch wird verschlossen, die Musik verstummt und wir sitzen vor einer riesigen, kargen Mauer. Es ist Pause. Da die Knie noch viel zu weich sind um aufrecht stehen zu können bleiben wir noch einen kurzen Moment mit offenem Mund auf unseren Plätzen sitzen... |

![]() | Hey You, der erste Song nach der Pause wurde komplett hinter der "nackten" Mauer gespielt, ohne allzu grosse Animationen auf der Mauer, so dass man sich wirklich nur auf die Musik dieses genialen Songs konzentrieren konnte. |
![]() | Is there anybody out there? Ein Song mit nur einer Zeile Text. Normalerweise wäre das ja nicht mal erwähnenswert... Aber das Feeling, diese Worte von hinter der Mauer zu hören und dann einen Saal voller Konzertbesucher zu sehen die mit lautem Geschrei darauf reagieren, das war unbeschreiblich... Gänsehaut-Feeling gibt es also auch ohne pompöse Animationen oder tonnenweise Feuerwerk... |
![]() | Die Scheinwerfer fokussieren auf die linke Seite der Mauer und dort sitzt Waters bereits in seinem Kämmerlein, alleine vor dem Fernseher. Auf dem Fernseher sind Filmausschnitte zu sehen. Ich glaube es war The Dam Busters, der gleiche Film aus welchem schon im Pink Floyd - The Wall-Movie Szenen verwendet wurden. Im zweiten Teil des Songs wurde das gleiche, was Roger auf seinem Fernsehschirm hatte, auch auf die Mauer projeziert (Luftkampf). |
![]() | Etliche, sehr ergreifende Szenen werden gezeigt, vor allem sind diverse Kinder zu sehen deren Vater, vermutlich nach recht langer Zeit, unerwartet aus dem Krieg nach Hause kommt. Die Mimik und Gestik dieser Kinder ist an Emotionen kaum zu toppen. Ich gebe offen zu, dass ich hier jeweils den Tränen nahe war, so ergreifend waren diese Szenen... |

![]() | Schon auf den letzten Touren von Waters war dieser Song immer ein ganz spezieller Moment. Diesmal mit Bildern von hungernden und knapp bekleideten Kindern unterlegt. Im Rhythmus der Musik erschien Zeile für Zeile eines von Rogers Lieblingszitaten: Every gun that's made, every warship launched, every rocket fired signifies, in the final sense, a theft from those who hunger and are not fed, those who are cold and are not clothed. Dwight D. Eisenhower |
![]() ![]() | Waters steht unten vor der Mauer und singt die erste Strophe, das Spotlight verlischt und oben auf der Mauer steht Robbie, ausgeleuchtet mit Spots die ihn von hinten anstrahlen. Danach kommt das Gitarren-Solo von Dave Kilminster, ebenfalls "On Top Of The Wall". Waters steht immer noch unten, hebt die Arme und schlägt gegen die Mauer, welche dadurch auseinander zu brechen scheint. |
![]() | Nun war die Zeit gekommen, die ganze Band von hinter der Mauer nach vorne zu bringen. Ein zweites, komplettes Set an Instrumenten wird von "unter" der Bühne hochgefahren. Vorne stehen die Background-Sänger, "angeführt" von Robbie Wyckoff. Hier muss ich nun doch nochmals die hervorragenden Leistungen dieser Herren hervorheben. Jeder Ton sitzt perfekt, auch die aussergewöhnlich hohen Töne in diesem Titel. Eine herausragende Leistung! |
![]() | Hammer-Banner erscheinen quer über die ganze Breite der Mauer, auf der Mauer werden Hammer-Fahnen geschwenkt und die ganze Band steht im Hammer-Outfit auf der Bühne vor der Mauer. Im Saal fliegt die schon oft gesehene Sau umher und Roger macht einen auf Diktator. |

![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Are there any paranoids in the audience tonight? This is for you, i'ts called Run Like Hell. Eine schnelle Abfolge von Animationen unterstützten die Pace des Songs. Es sind Schriftzüge wie iProtect, iResist, iLoose etc zu sehen, welche durch entsprechende Bilder unterstützt werden. So zeigt das Bild zu iFollow z.B. ein paar Schafe, das Bild zu iLead besteht aus verschiedenen Diktatoren... und alle haben weisse Kopfhörer im Ohr Auf dem Höhepunkt des Songs sind kurze Ausschnitte aus dem Wikileaks-Video "Collateral Murder" zu sehen, das Video welches einen Helikopter-Angriff auf unschuldige, unbewaffnete Personen zeigt (Bagdad, 12. Juli 2007). Ausschnitte aus dem Funkverkehr "He has a gun" und "request permission to engange" sind zu hören und kurz darauf ist die erste Maschinengewehrsalve in die friedliche Menge zu sehen bzw. zu hören... Oben auf der Mauer hängt ein Banner mit der Inschrift: Namir Noor-Eldeen and Saeed Chmagh. We will remember you. Waters schnappt sich sein Gewehr, zielt auf das Banner und schiesst es von der Wand... If I had my way, I'd have all of you shot! Auch bei diesen Worten greift Waters zu seiner Knarre und feuert, unterstütz durch die Surround-Soundeffekte, wahllos ins Publikum. |

![]() ![]() | Und schon wieder gleicht die Bühne einem Schlachtfeld. Waters der mit seinem Megaphon in die Menge schreit und Würmer welche sich durch die Pfeiler der Mauer schlängeln. Und natürlich die nicht enden wollenden Reihen der "Marching Hammer" |
![]() | STOP! Schreit Waters und die Musik verstummt. Er zieht seinen Mantel aus und teilt uns somit mit, dass ihm das alles zuviel wird. Oben auf der Mauer liegt die Puppe des Pink, welche am Ende des Songs von der Mauer gestossen wird. |

![]() ![]() | Unterstützt durch die bekannten Animationen aus dem Film singt Waters den kompletten Part von The Trail alleine, jeder Person verleiht er eine andere Stimme und einen anderen "Dialekt". So zum Beispiel singt er den Part der Frau in einem komischen, irgendwie französisch anmutenden Dialekt. Go On Judge. Shit On Him! So laut war dieser Text noch nie zu hören. Im Film wurde dieser Satz komplett gestrichen, auf den Alben verkommt er eher zur Nebensache. Tear down that fucking Wall! fordert uns Roger auf und im Saal beginnen die Zuschauer zu rufen: Tear down the Wall, tear down the Wall - und mit tosendem Lärm stürzt die ganze Mauer in sich zusammen... |
![]() | Nach und nach kommen alle Musiker auf die Bühne, und manchem Zuschauer wird vermutlich erst jetzt klar, dass es insgesamt 12 fantastische Musiker waren die uns dieses Spektakel beschert haben, ganz zu Schweigen von all den Ton-, Licht- und sonstigen Bühnentechnikern. |

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Meine Empfehlung Roger Waters In The Flesh (Live DVD) |
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